Das Eyach-Tal

Ein landschaftliches Schmuckstück im Bilde von einst und heute ... Wer aus luftiger Höhe, etwa vom Ausguck des Wasserturms, versucht, den langgezogenen Talverlauf der Eyach mit den Einschnitten der Quellflüsse zu finden, tut sich schwer.
Stille und Natur geniessen beim Wandern durch das Eyachtal
Stille und Natur geniessen beim Wandern durch das Eyachtal

Deshalb steigt man am besten gleich direkt ins Tal herab, um die weitläufige Bachlandschaft in ihrer Vielgestalt vor Ort zu erleben. Man wird überrascht sein, ob der Pracht der parkartigen Flußaue, von der Anmut und Beschaulichkeit eines reizvollen Landstrichs, der zur stillen Einkehr einlädt.

Wer heute das Eyachtal durchwandert, dann flußaufwärts im Mittelabschnitt die Bestimmungspunkte den früheren Lehmannshof - das Dürreich - die Obere Wiese - und die Brotenau erreicht, vermag sich kaum vorstellen, wie auf einer Strecke von ca. 12 km früher einmal eine Anzahl von bis zu zehn Säg- und Mahlmühlen in Betrieb waren. Rund 25 Einzelquellen mit einer Gesamtschüttung von ca. 375 Liter pro Sekunde sicherten die nötige Wasserzufuhr und brachten die betrieblichen Voraussetzungen für die Einzelwerke.

Heute klappert keine Mühle mehr am rauschenden Bach. Im Ortsteil "Eyachmühle" stehen eine Handvoll Wohnhäuser, die nach einer Rechtsvereinbarung zwischen der Stadt Bad Wildbad und der Gemeinde Dobel markungsmäßig vereinigte und der bürgerlichen Gemeinde Dobel zuordnete. Daneben beleben das Pump- und Wasserwerk des Zweckverbandes "Mannenbachwasserversorgung" und das modernisierte Anwesen, der Landgasthof "Zur Eyachmühle" - ein beliebtes und gern besuchtes Ausflugsziel mit gemütlichen Gasträumen und einer großflächig angelegten Freiterrasse - den Talgrund. Eine kleine in sich geschlossene Wohn- und Gewerbesiedlung mit unterschiedlichen Lebensbereichen hat sich nicht störend in die Landschaft der grünen Talaue eingeordnet.

Weiter flußaufwärts - im Mittelabschnitt des Eyachtales stößt der Wanderer auf letzte Reste (Kellergewölbe) des ehemaligen Lehmannshofes (am Ende des romantischen Bachweges), bevor er hinter der Weggabelung in den stillen Winkel des "Dürreichs" im Gewann "der Großen Wiese", am Rand der Dobler Markung vordringt und dort die letzte Behausung mit dem Forstgebäude "Dürreich" findet.

Ein reger Naherholungsverkehr mit starken Besucherströmen verwandelt an den Wochenenden den unteren Teil des Bachgrundes zu einer stark bevölkerten "Anrainer-Kolonie". Das Ausflugs-, Wochenend- und Campingleben ist hier in letzter Zeit geräuschvoller und umtriebiger als zu den früheren "Mühlen-Zeiten" geworden. Verkehrsärmer, damit erholsamer und ruhiger sind die Zonen des mittleren und oberen Talbereichs. Dort umfängt den Spaziergänger oder Wanderer der außergewöhnliche Reiz einer noch intakten Landschaft in Ruhe und Stille, mit all den vielfältigen Sehenswürdigkeiten. Und ganz hinten, wo man glauben könnte, die Welt hört auf, in der Gegend der Brotenau wird die Stille nahezu greifbar: Hier ist der Naturfreund in der Tat mit sich und den Waldtieren allein auf der Welt!

Auf dem Streckenabschnitt "Eyachmühle - Kreuzleshütte" im Höhengebiet des "Teufelsgrabes, der Schwarzmiß und des Kaltenbronn" wird der Wanderer in der Waldeinsamkeit nicht nur vom Wunder der Natur überwältigt; er kann auch - und das soll öfters schon passiert sein - auf der "endloslang" erscheinenden Streckenführung (von über 20 km) ganz schön ernüchtert und vom Naturrausch befreit worden sein. Was schadet's? Der Mittel- und Oberabschnitt des weiten Tales lädt allemal dazu ein, den Spazierstock oder Wanderstab fest in die Hand und die abwechslungsreiche Strecke unter die Füße zu nehmen: Das große Natur-Erlebnis macht die Strapazen wett!