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Werkrealschule - was ist das? - Folge 3

Die neue Werkrealschule wird zum neuen Schuljahr 2010/11 ab September 2010 nur für die Schüler verbindlich eingeführt, die aktuell eine 4. Grundschulklasse oder eine 5./6. oder 7. Hauptschulklasse besuchen. AlsWeiterentwicklung der Hauptschule vermittelt sie eine grundlegende und erweiterte allgemeine Bildung, die sich an lebensnahen Sachverhalten orientiert. Sie fördert in besonderem Maße praktische Begabungen und stärkt die Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Ihren Neigungen und ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend ermöglicht sie eine individuelle Schwerpunktbildung insbesondere bei der beruflichen Orientierung. So werden die Schülerinnen und Schüler frühzeitig und intensiv auf das Berufsleben vorbereitet. Der Gesetzgeber betont ausdrücklich, dass kraft Gesetzes deshalb keine Hauptschule geschlossen werden muss, vielmehr werden die Hauptschulen in das Konzept der neuen Werkrealschule integriert. Es gibt nur einen Bildungsplan und eine Stundentafel und damit inhaltlich nur noch die Werkrealschule.

An jeder Hauptschule werden die Schüler somit nach den gleichen Vorgaben, im gleichen Stundenumfang und mit der gleichen Zielausrichtung unterrichtet!

Wie bereits in der letzten Folge ausführlich dargestellt, sind zunächst alle Kinder potentielle Werkrealschüler mit der Option auf die Mittlere Reife als Abschluss dieser Schulart, ganz gleich an welcher Schule sie ihren weiterführenden Bildungsweg beginnen. Die Werkrealschule wird quasi erst im Nachhinein zur Hauptschule nur für die Schüler, die sie nach 9 Jahren mit dem bekannten Hauptschulabschluss verlassen, weil sie das so wollen oder die Versetzungsanforderungen (siehe Folge 2) in die 10. Klasse nicht erfüllen.

Leider darf sich aber nicht jede Schule Werkrealschule nennen, sondern nur solche, an denen es von der Schülerzahl her möglich ist, spätestens ab Klasse 8 zweizügig zu unterrichten.

Dazu benötigt man rund 36 Schüler in jedem Jahrgang. Beiweniger Schülern istman nur eine einzügigeWerkrealschule und muss sich Hauptschule nennen, obwohl man das komplette Werkrealschulangebot bereit halten muss. Es muss also Hauptschule draufstehen, obwohl inhaltlich weitgehend Werkrealschule drinsteckt!

Das Schulzentrum imDobeltal hat leider nicht das Potential an Schülern, umdie geforderte Zweizügigkeit zu erfüllen (weshalb hier keine 10. Klasse angeboten werden kann) und darf sich deshalb trotz Werkrealschulunterrichts künftig nur noch Hauptschule nennen.

Der Schulträger (die Stadt Bad Herrenalb und die Gemeinde Dobel) ist trotzdem bereit, den Schulstandort zu erhalten. Dies ist aber dauerhaft nur möglich, wenn sich künftig möglichst viele Schüler und Eltern für den Besuch der Schule im Dobeltal entscheiden. Warum sie das guten Gewissens und mit welchen Perspektiven tun können, erfahren Sie in der nächsten Folge.

Nachricht vom: 05.02.2010