Einladung zur Informationsveranstaltung zum Managementplan für das Natura 2000-Gebiet Nordschwarzwald

Termin: Montag, 13. November 2017
Zeit: 16.00 Uhr bis circa 18.30 Uhr
Ort: Gerhard-Hertel-Saal im Kurhaus Freudenstadt, Lauterbadstraße 5, 72250 Freudenstadt

Das Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat Naturschutz und Landschaftspflege, lädt am Montag, den 13.11.2017, zu einer Informationsveranstaltung zum Managementplan für das Natura 2000-Vogelschutzgebiet „Nordschwarzwald“ ein.

Mitarbeiter des Regierungspräsidiums stellen zusammen mit dem beauftragten Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz Bühl und einem Vertreter der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) einige der im Gebiet vorkommenden Vogelarten von europäischer Bedeutung vor, und geben einen Überblick über ihre Arbeit und den Ablauf der Managementplanung.

Zu der öffentlichen Veranstaltung sind alle Bürgerinnen und Bürger, insbesondere Flächeneigentümer und Bewirtschafter, sowie Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Fachbehörden und Verbänden herzlich eingeladen.

Das rund 36.000 Hektar große Vogelschutzgebiet „Nordschwarzwald“ erstreckt sich von Alpirsbach nach Gaggenau über zwei Regierungsbezirke sowie sechs Land- und Stadtkreise. Das Gebiet bietet vielen seltenen Vogelarten einen bedeutenden Lebensraum. Im Schwarzwald weist das scheue Auerhuhn die größte Population Zentraleuropas außerhalb des Alpenraums auf. Die lichten Nadelholzwälder mit Tannen, Kiefern und Fichten sowie die weit verbreiteten Heidelbeer-Sträucher bieten dem imposanten Waldvogel günstige Voraussetzungen. Das Vogelschutzgebiet ist auch für die Ringdrossel eines der wichtigsten Brutgebiete in ganz Baden-Württemberg. Die Ringdrossel bewohnt im Grindenschwarzwald das Mosaik aus lichten Wäldern und Offenland. Die alten Fichtenwälder der Höhenlagen sind ebenso für den seltenen Dreizehnspecht ein wichtiger Lebensraum. Auch der Schwarzspecht bevorzugt die alten Baumbestände mit hohem Totholzanteil. Neben Ameisen werden von ihm vor allem Larven und Käfer vertilgt. Die leerstehenden Spechthöhlen des größten europäischen Spechts werden von zahlreichen weiteren Tierarten, wie dem Raufuß- oder Sperlingskauz, genutzt. Den Zwerg unter den einheimischen Eulenarten, den Sperlingskauz, kann man häufig am Tag beobachten und bis zu einen Kilometer weit rufen hören. In den Wäldern und Waldrändern haben ebenfalls Greifvögel wie Rotmilan, Wespenbussard oder Wanderfalke einen wichtigen Lebensraum gefunden. Verschiedene Schutzmaßnahmen konnten bereits den erheblichen Populationseinbruch des Wanderfalken im 20. Jahrhundert stoppen.

Die im Nordschwarzwald lebenden Vogelarten sind unter anderem durch den Rückgang der naturnahen Waldbestände gefährdet. Monokulturen und das Entfernen von Alt- und Totholz führen zu einem Lebensraumverlust vieler Arten. In Folge der großen Nachfrage nach Holz werden die Bäume zudem immer früher eingeschlagen. Diese Arbeiten wirken sich negativ auf den Bruterfolg der Vögel aus. Daher wird die naturnahe Bewirtschaftung von Wald und Offenland mit öffentlichen Mitteln unterstützt.

Mit dem Schutzgebietsnetz Natura 2000 soll das europäische Naturerbe mit seinem Artenreichtum und seinen typischen Landschaften gemeinsam mit den Bewirtschaftern bewahrt, gefördert und weiterentwickelt werden. Für jedes Natura 2000-Gebiet im Land wird deshalb von den Naturschutzreferaten der Regierungspräsidien ein Managementplan erstellt.

Eine Übersichtskarte und weitere Informationen zu Natura 2000 finden Sie im Internet des Regierungspräsidiums Karlsruhe im Beteiligungsportal unter Umwelt und den Natura 2000-Gebieten:

https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpk/Abt5/Ref56/Natura2000/Seiten/Nordschwarzwald.aspx