„Nie wieder Krieg“ – Wanderausstellung des Volksbunds auf dem Kirchhof Dobel

Installation von Bali Tollak in Dobel auf dem alten Kirchhof bei der Evangelischen Kirche vom 03. bis 25. Februar 2021 zu sehen.
Künstlerin Bali Tollak mit den Kunstwerken "Soldatenbretter" / Foto: Wolfgang Denning
Künstlerin Bali Tollak mit den Kunstwerken "Soldatenbretter" / Foto: Wolfgang Denning

Nachdem die Wanderausstellung „Nie wieder Krieg“ auf dem Ettlinger Friedhof zu sehen war, ist die Installation nach Dobel auf den alten Kirchhof bei der Evangelischen Kirche weitergezogen. Die bayerische Künstlerin Bali Tollak stellt dem Bezirksverband Nordbaden sieben ihrer „Soldatenbretter“ zur Verfügung. Auf diesen setzt sie sich mit den Erfahrungen von Künstlern verschiedener Länder auseinander, die den Ersten Weltkrieg erlebt haben. Ihr Gesamtwerk der Bretter wurde 2019 unter großem Zuspruch sehr vieler Besucher in Kooperation mit dem Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt in dessen Räumen ausgestellt. Die Auswahl der Freiluftbretter wird bei den Kriegsgräberfeldern einzelner kommunaler Friedhöfe in den nächsten 5 Jahren im Rahmen einer Freilichtausstellung aufgestellt werden.

Tollak hat mit ihren Kunstwerken die Tradition der „Bahrbretter“ aufgenommen, die sie im Bayerischen Wald wiederentdeckte. Diese Holzbretter wurden nach der Bestattung aufgestellt, um so an den Verstorbenen zu erinnern. Ihre Beschäftigung mit dem ersten Weltkrieg, intensiviert durch Besuche auf Kriegsgräberstätten in verschiedenen Ländern, mündete in der Auseinandersetzung mit Künstlern, die diesen Krieg erlebt haben. Deren apokalyptische Weltkriegseindrücke in Zitaten, Tagebucheintragungen und Bildnissen drückt die Künstlerin auf ihren „Soldatenbrettern“ aus.

Volker Schütze, Bezirksgeschäftsführer des Volksbunds in Nordbaden, zeigte sich in einer Presseerklärung sehr dankbar, dass die sieben Bretter in Dobel gezeigt werden dürfen. Die mit Bürgermeister Christoph Schaack geplante Ausstellungseröffnung wurde aus Gründen des Schutzes der Besucherinnen wegen der Coronapandemie abgesagt. „Als junger Erwachsener habe ich als Soldat auf dem Balkan die Schrecken des Krieges und das unendliche Leid für die Zivilbevölkerung miterleben müssen. Die Erinnerungen an den Anblick von Todgeweihten werden mir auf ewig in Erinnerung bleiben. Diese Ausstellung soll an die Sinnlosigkeit kriegerischer Auseinandersetzungen mahnen, hier gibt es keinen anderen Sieger als den Tod“, so Bürgermeister Schaack.    

Schütze ergänzte, dass die Ausstellung wie ein Bote auf Wanderschaft gehen und auf verschiedenen kommunalen Friedhöfen in Nordbaden auf die dortigen Kriegsgräber hinweisen werde. Damit solle auch die Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. thematisiert werden. Diese Ausstellung auf dem Friedhof könne auch von Schulen als Lernort genutzt werden, so Schütze.

Die Installation von Bali Tollak ist bei den Kriegsgräbern auf dem alten Kirchhof vom 03. bis 25. Februar 2021 zu sehen.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist eine humanitäre und als gemeinnützig anerkannte Organisation. Er widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Dabei sind die von ihm gepflegten Kriegsgräberstätten im Ausland nicht nur individuelle Gräber, sondern auch Mahnmale für den Frieden. Denn als Friedensorganisation sieht der Volksbund es als seine Aufgabe an, gerade heutzutage an die Folgen von Krieg und Gewalt zu erinnern.

Die Pflege und der Erhalt von Kriegsgräberanlagen gehen einher mit einer intensiven Jugend- und Friedensarbeit. Dies alles mit dem Ziel, einen Beitrag für Frieden und Verständigung zu leisten. Auch wenn der Volksbund seine gemeinnützige Arbeit im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland ausübt, so finanziert er sich doch zum größten Teil über Spenden und Zuwendungen.